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Teaser Sieben-Tage-Inzidenz-Wert des Landkreises Coburg liegt über 50

Die Zahl der COVID-19-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb der letzten sieben Tage (Sieben-Tage-Inzidenz-Wert) liegt für den Landkreis Coburg seit heute bei 58,7 (Robert-Koch-Institut COVID-19). Ab einem Wert über 50 haben die jeweils betroffenen Landkreise und kreisfreien Städte Maßnahmen zur Unterbrechung der Infektionskette zu treffen.

Der Landkreis Coburg beobachtet die steigende Zahl der Neuinfektionen bereits seit einigen Tagen und hat deshalb bereits Maßnahmen zur Eindämmung einer Weiterverbreitung des Virus getroffen, die nun noch weiter ausgebaut werden.

Ein Großteil der COVID-19-Neuinfektionen im Landkreis Coburg tritt in Pflegeeinrichtungen auf und steht unter anderem in Zusammenhang mit Dialysebehandlungen. Um die Infektionskette schnellstens unterbrechen zu können, wurden in den betroffenen Pflegeeinrichtungen nicht nur infizierte von nicht-infizierten Bewohnern getrennt (Kohortenbildung) und das Pflegepersonal getrennt eingesetzt, sondern auch bereits Reihentestungen vorgenommen, was wiederum die steigende Zahl der Neuinfektionen erklärt.

Diese Erkenntnisse ermöglichen es, auf die steigende Zahl an Neuinfektionen zielgerichtet vor Ort mit entsprechenden Beschränkungen reagieren zu können.
Unter Einbeziehung der Landesbehörden, wie dem Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit und dem Staatsministerium für Gesundheit und Pflege, hat das Landratsamt Coburg also ein konsequentes Beschränkungskonzept erarbeitet, das nun wie folgt zur Anwendung kommt:

  • Ab sofort gilt für alle ambulanten und stationären Pflegeeinrichtungen ein Besuchsverbot, wie es bis vor kurzem bundesweit gegolten hat. Dieses gilt für die Einrichtungen im Landkreis Coburg vorerst für die nächsten zwei Wochen. Ausnahmen werden für Angehörige von im Sterben liegenden Personen gemacht. Damit sollen zum einen die Bewohner der Pflegeeinrichtungen, die bekanntlich zur Risikogruppe zählen, geschützt und zum anderen verhindert werden, dass sich Besucher anstecken.
  • Es ist vorgesehen, die Reihentestungen in den betroffenen Pflegeeinrichtungen, gemeinsam mit MDK und LGL, sukzessive als Vorsichtsmaßnahme auf alle Pflegeeinrichtungen auszuweiten.
  • Auch die Dialysepatienten, die nicht in einer Pflegeeinrichtung wohnen, befinden sich in Quarantäne und werden durch das Gesundheitsamt betreut – sofern sie infiziert oder Kontaktpersonen sind.
  • Die Patienten erhalten ihre Dialysebehandlung natürlich weiterhin. Der Transport erfolgt unter strengsten Hygieneregeln.
  • Auch in den Dialysestationen wurden entsprechende Maßnahmen zur Eindämmung einer Weiterverbreitung des COVID-19-Virus ergriffen und Reihentestungen sind erfolgt.

„Uns ist bewusst, dass diese Maßnahmen, insbesondere für die Bewohner von Pflegeheimen und deren Angehöriger, wieder einschneidend sind. Sie sind aber leider unerlässlich, um die Weiterverbreitung des Coronavirus einzudämmen. Die Gesundheit der Bürgerinnen und Bürger im Coburger Land hat oberste Priorität. Und deshalb bitte ich alle um Verständnis für diese Maßnahmen. Wenn wir die Infektionskette unterbrechen wollen, haben wir keine andere Chance, als in den besonders betroffenen beziehungsweise gefährdeten Einrichtungen Maßnahmen zu ergreifen", so Landrat Sebastian Straubel. Gleichzeitig bittet er alle Bürgerinnen und Bürger im Coburger Land weiterhin darum, „lieber etwas vorsichtiger zu sein, als die Situation auf die leichte Schulter zu nehmen. Nicht nur zum Eigenschutz, sondern zum Schutz aller Mitbürger".

Im Gesundheitsamt sind aktuell mehr als 80 Mitarbeitende intensiv damit beschäftig, die Infektionsketten offenzulegen und zu durchbrechen. Durch den Einsatz der Contact Tracing Teams, die der Region seit Mitte April zur Verfügung stehen, konnte die Kontaktpersonenermittlung noch einmal deutlich verstärkt werden. Gerade dieser Bereich – in dem auch vorher bereits 40 Mitarbeiter aktiv waren – bildet die Grundlage, um das Infektionsgeschehen offenzulegen und mit geeigneten Maßnahmen effektiv zu bearbeiten.

Hierzu gehört unter anderem die deutliche Ausweitung der Abstriche, die in Alten- und Pflegeheimen durchgeführt werden, um festzustellen, ob Bewohner am Coronavirus SARS-CoV-2 erkrankt sind. Diese sogenannten Reihenabstriche werden sehr konsequent sowohl für alle Bewohner als auch für das in den Heimen beschäftigte Personal vorgenommen. Sie dienen dazu, einen umfassenden Überblick über die Infektionen zu erhalten, der es dann ermöglicht sofort die geeigneten Schutzmaßnahmen mit den Einrichtungen zu besprechen und diese durchzuführen.

„Ganz grundsätzlich ist hier anzumerken, dass die Alten- und Pflegeeinrichtungen im Landkreis seit dem Ausbruch der Epidemie sehr sorgsam und verantwortungsvoll mit der Situation umgegangen sind. Die Zusammenarbeit sowohl mit dem Gesundheitsamt als auch mit der Heimaufsicht war die ganze Zeit über und ist auch aktuell eng und vertrauensvoll. Dass es in einzelnen Heimen Infektionen gibt, ist nicht zu vermeiden und es ist keiner Einrichtung hier ein Vorwurf zu machen. Wichtig ist aber, dass diese Infektionen schnell erkannt und effektiv bekämpft werden", so Martina Berger, organisatorische Leiterin des Gesundheitsamtes Coburg.

Für eben diese Unterbrechung der Infektionskette dienen die Reihentestungen, die allerdings auch dazu führen, dass erhöhte Infektionszahlen festgestellt werden. „Wo viel getestet wird, da findet sich auch viel – wer nicht testet, der findet nichts. Im Landkreis Coburg gehen wir den Weg viel zu testen – denn nur so erhalten wir ein ehrliches Bild von der tatsächlichen Situation und nur so gelingt es uns, sehr schnell und konsequent mit den geeigneten Maßnahmen auf das Infektionsgeschehen zu reagieren", so Martina Berger.

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