
Das Wappen des Landkreises Coburg ist wie folgt beschrieben: „Gespalten; vorne die Bayerischen Rauten, hinten neunmal geteilt von Schwarz und Gold, belegt mit einem schrägen und gebogenen grünen Rautenkranz.”
Die vordere Hälfte des Wappens betont die nach dem Anschluss des Freistaates Coburg an Bayern bestehende staatliche Zugehörigkeit und die Eigenschaft des Wappeninhabers als bayerischer Landkreis.
Die hintere Hälfte des Wappens dagegen weist durch das Hauptwappen der Wettiner mit dem Rautenkranz auf die jahrhundertelange Verbindung mit Sachsen hin.
Der neue Landkreis Coburg ist aufgrund der Verordnung zur Neugliederung Bayerns in Landkreise und kreisfreie Städte zum 01.07.1972 gebildet worden. Er ist Rechtsnachfolger des früheren Landkreises Coburg. Seine Vergrößerung erfolgte im wesentlichen durch die Eingliederung der bis dahin kreisfreien Stadt Neustadt b. Coburg, heute Große Kreisstadt, und Teilen des früheren Landkreises Staffelstein.
Anfang der 60er Jahre gab es noch 129 politische Gemeinden im Kreisgebiet, darunter 22 mit weniger als 100 Einwohnern. Unmittelbar vor der Gemeindegebietsreform vom 10.05.1978 umfasste der Landkreis insgesamt noch 51 Gemeinden. Nach Abschluss der Gemeindegebietsreform bestehen im Landkreis 17 Städte und Gemeinden.
Das Coburger Land gehörte im 6. Jahrhundert zu einem vom germanischen Volk der Thüringer begründeten Reich, das jedoch 530 von den Franken und Sachsen vernichtet wurde. Die Sieger teilten sich das Land. Der südliche Teil - also auch das Coburger Land - fiel an die Franken, die in der Folgezeit hier siedelten. Das thüringische Element blieb - allerdings von den Franken überlagert - bestehen und prägt die Bevölkerung bis zum heutigen Tage. Ab 560 einwandernde sla- wische Wenden und Sorben trugen ebenfalls zur Formung des Menschentyps in unserer Heimat bei.
In fränkischer Zeit bildete das damals noch namenlose Coburger Land den nord- östlichen Teil des Grabfeldgaues. Ins Licht der urkundlichen Geschichte trat es um 1012 mit der bekannten Ausstattung Pfalzgraf Ehrenfrieds von Lothringen, der mit Mathilde, der Schwester Kaiser Ottos III., verheiratet war. Die Tochter des Paares, die Polenkönigin Richeza, schenkte dem Erzbischof Anno von Köln im Jahr 1056 Coburg und Saalfeld, wo dieser 1074 eine Benediktinerabtei stif- tete. Neben Saalfeld kamen im Coburger Land im Laufe der Zeit die Andechs- Meranier, Wildberg und Henneberg sowie die Klöster Fulda, Hersfeld, Banz, Langheim, Mönchröden, Veilsdorf und Sonnefeld als Besitz- und Herrschafts- träger auf. Die Henneberger wurden die Mächtigsten.
Von den Hennebergern erhielt 1353 Markgraf Friedrich der Strenge von Meißen die neue Herrschaft über Coburg, Neustadt, Sonneberg, Neuhaus, Schalkau, Strauf und Rodach; das fränkische Gebiet seines Hauses wurde fortan die „Pflege Coburg” oder das „Ortsland in Franken” genannt. Mit dem Übergang des Territoriums an das Haus Wettin in der Mitte des 14. Jahrhunderts bildete die Pflege Coburg einen nach Süden ausgreifenden Keil des sächsischen Kur- fürstentums. Seit dem 16. Jahrhundert wurde dieses Gebiet, nunmehr protes- tantisch geworden, einzelnen wettinischen Herzogtümern zugeteilt und nach und nach aufgesplittert. Das Herzogtum Sachsen-Coburg und Gotha entstand 1826 und wurde in Personalunion regiert; es hatte also eine Dynastie, aber zwei Residenzstädte, nämlich Coburg und Gotha, etwa 100 km voneinander entfernt, getrennt durch den Thüringer Wald. Die der ernestinischen Linie des Hauses Sachsen angehörenden Coburger Herzöge regierten das Land bis zum 15. November 1918.
In einer Volksabstimmung 1919 entschied sich die Bevölkerung des Coburger Landes für einen Anschluss an Bayern, der ab 01.07.1920 vollzogen wurde.
Das Coburger Land nach dem damaligen Verständnis umfasst heute im wesent- lichen die Stadt Coburg und den Landkreis Coburg.
Nach dem 2. Weltkrieg teilte der Landkreis Coburg über 40 Jahre bis zur Wie- dervereinigung 115,6 km - das ist die Hälfte seiner gesamten Kreisgrenze - mit der damaligen DDR. Er war damit von seinen benachbarten Wirtschafts- und Le- bensräumen in Thüringen abgeschnitten.
Trotz alledem konnte der Raum Coburg eine positive Entwicklung verzeichnen. Diese Entwicklung ist wohl in erster Linie dem Willen und der Schaffenskraft der Menschen, die hier leben, zu verdanken. Einen wesentlichen Aufbaubeitrag lei- steten auch die vielen Vertriebenen, die nach dem Krieg im Coburger Land eine neue Heimat fanden. 1939 hatte der Landkreis 40.426 Einwohner, 1946 waren es durch den Zufluss der Flüchtlingsströme 61.144.
Der Raum Coburg gehört zu den am stärksten industrialisierten Gebieten der Bundesrepublik Deutschland. Gleichwohl konnten im Kreis die natürliche Beschaffenheit und der Reiz der Landschaft erhalten werden, ein Kapital, das der Fremdenverkehr zunehmend zu nutzen versteht.
Die Notwendigkeit einer stärkeren Hinwendung zur ökologisch orientierten Industrie- und Dienstleistungsgesellschaft wurde erkannt. Ökonomie und Ökologie in Einklang zu bringen und zu halten ist das Bestreben der Verantwortlichen.
Die durch die Wiedervereinigung der beiden deutschen Staaten zurückgewonnene zentrale Lage in der Mitte Deutschlands und Europas bedingte eine weitgehende Neuorientierung und Anpassung in allen Lebensbereichen.
So öffneten sich nach der Wiedervereinigung die Märkte Thüringens. Andererseits strömte von dort Kaufkraft in die Region Coburg. Seit 1989 haben sich vielfältige wirtschaftliche Verflechtungen ergeben. Traditionelle Wirtschaftsbeziehungen zu Thüringen lebten wieder auf. Nach dem Regionalplan Oberfranken-West hat das Coburger Land Mittlerfunktion zu Thüringen. Inzwischen besteht eine gute Verkehrsanknüpfung an das ehemalige DDR-Gebiet über Bundes-, Staats-, Kreis- und Gemeindeverbindungsstraßen sowie Bahnlinien.
Durch die wiedergewonnene zentrale Lage ergaben sich für das Coburger Land kurze Wege in alle Richtungen. Damit hatte es eine starke wirtschaftliche Ausgangsposition zurückerobert, konnte sich zukunftsorientiert der neuen Herausforderung stellen und so seinen Weg ins 3. Jahrtausend vorbereiten.
Besondere Priorität hat jetzt der Ausbau der überregionalen Verkehrsanbindungen, die Verlängerung der Autobahn 73 Nürnberg - Bamberg über Coburg nach Erfurt sowie im Bereich Schiene die ICE-Aus- und Neubaustrecke Nürnberg - Lichtenfels - Erfurt - Berlin, die das Coburger Land berührt. Dadurch wird die verkehrsmäßige Anbindung der Region erheblich verbessert.