Tuberkulose

Merkblatt Tuberkulose


1. Krankheitsbild

Die Tuberkulose ist eine durch Mykobakterien hervorgerufene Infektionskrankheit, die weltweit zunimmt.Auch in Stadt und Landkreis Coburg erkranken noch jährlich ca. 15 Personen an einer Tuberkulose.Sorgen bereitet in den letzten Jahren das Auftreten neuer, polyresistenter Formen, die deutlich schwerer therapierbar sind.Eine Infektion an Tuberkulose verläuft anfangs meist symptomlos. Es treten zunehmend Abgeschlagenheit, Müdigkeit, Appetitverlust, Gewichtsabnahme auf.Chronischer Husten und Nachtschweiß veranlassen dann meistens weitere ärztliche Untersuchungen, die zur Aufdeckung der Krankheit führen.


2. Übertragung und Ausbreitung der Tuberkulose

Die Tuberkulose wird meist von Menschen weitergegeben, die noch nichts von Ihrer Erkrankung wissen.Dabei gelangen Bakterien über Sprechen, Husten und Niesen in die Luft und können dann von anderen Menschen eingeatmet werden.Eine Infektion kann sich folgenlos abkapseln, kann jedoch auch in späteren Lebensjahren zu einer progredienten Lungenerkrankung führen, die unbehandelt dieses Organ zerstört.Auf dem Blutweg kann die Tuberkulose jedes menschliche Organ befallen. Erste Symptome zeigen sich bei schnellem Verlauf bereits in 6 Wochen aber auch manchmal erst bis zu 20 Jahre später, z.B. bei einer Urogenitaltuberkulose. Auch im Alter oder bei Abwehrschwäche kann eine vorher stattgefundene Infektion nach langer Latenz reaktivieren.


3. Bedeutung des Tuberkulintestes und des Interferon-Gamma-Testes

Beide Teste zeigen eine Infektion des Körpers mit Tuberkuloseerregern an. Diese Teste können in Regel jedoch erst 6-8 Wochen nach einer Infektion positiv ausfallen. Bei positiven Reaktionen werden nach Tuberkulosekontakt weitere Untersuchungen der Lunge erforderlich. Gegebenenfalls wird dann auch eine präventive Medikamenteneinnahme angeraten


4. Bekämpfung der Tuberkulose

Das Ziel des Gesundheitsamtes ist es, den Infektionsweg von Mensch zu Mensch zu unterbrechen. Es werden deshalb Umgebungsuntersuchungen durchgeführt mit dem Ziel, unerkannte Tuberkuloseträger zu identifizieren.Die Untersuchungen stützen sich in der Regel auf die Tuberkulintestung der Haut, zusätzlich auf den Interferon-Gamma-Test und ergänzende Röntgenuntersuchungen.Diese Untersuchungen können sich je nach Kontakt bis zu einem Zeitraum von 2 Jahren erstrecken.Diese Untersuchungspflicht ist in den §§ 16 und 25 des Infektionsschutzgesetzes geregelt.


5. Vorsorge

Einen wirksamen Schutz vor dem Einatmen von Tuberkuloseerregern gibt es jedoch nicht, da die Überträger meist von Ihrer Infektionskrankheit nichts wissen. Eine Impfung gegen Tuberkulose wird zurzeit in Deutschland nicht mehr empfohlen.Bei anhaltendem Husten verbunden mit Appetitlosigkeit, Gewichtsabnahme, Nachtschweiß empfiehlt sich eine umgehende ärztliche Abklärung. Bei Kontakt mit offener Tuberkulose empfiehlt sich, insbesondere bei Kindern, eine prophylaktische oder präventive Medikamenteneinnahme, insbesondere dann wenn der Interferon-Gamma-Test positiv ausgefallen ist.


Für weitere Auskünfte steht Ihnen das Gesundheitsamt gerne zur Verfügung.


Dr. Wagner

Medizinaldirektor, Lungenfacharzt