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Der Landkreis Coburg wurde vom Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung als eine von deutschlandweit 21 Regionen ausgewählt, eine Strategie zu entwickeln, wie den Auswirkungen des demografischen Wandels begegnet werden kann. 156 Regionen hatten sich deutschlandweit beworben, darunter auch sechs aus Bayern. Hier konnte sich der Landkreis Coburg mit seinem Konzept durchsetzen. Er ist somit der einzige Landkreis Bayerns, der in den kommenden zwei Jahren finanzielle Mittel erhält, um am Aktionsprogramm „regionale Daseinsvorsorge“ teilzunehmen. Gefragt sind innovative Ideen und neuartige Lösungswege, die Antworten auf die Fragen finden, die die Bürgerinnen und Bürger bewegen: Wo kann ich künftig im nahen Umfeld einkaufen? Wie erreiche ich den nächsten Facharzt in annehmbarer Zeit? Wie kann ich meinen Energiebedarf decken ohne dass die Kosten ins Unermessliche steigen? Wie wird meine Versorgung im Alter gesichert sein? Das sind nur einige der Fragestellungen die die Region in Zukunft beschäftigen werden.
Wir werden weniger und wir werden älter – auch im Landkreis Coburg. Das hat erhebliche Auswirkungen auf das Leben in den Städten und Gemeinden. Es stellt sich die Frage, wie künftig die Versorgung der Bürgerinnen und Bürger so organisiert werden kann, dass die Menschen das was sie brauchen um gut leben zu können, auch vorfinden.
Der Landkreis Coburg macht sich deswegen gemeinsam mit dem Regionalmanagement und der Initiative Rodachtal auf den Weg, diese Herausforderungen der Zukunft offensiv anzugehen und hat im Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung einen gewichtigen Unterstützer gefunden. Das Ministerium hatte einen Wettbewerb zur Erarbeitung einer regionalen Strategie zur Daseinsvorsorge ausgelobt. Dabei wurde der Landkreis Coburg zunächst aus 156 Bewerbungen als eine von 50 Regionen ausgewählt ein detailliertes Antragskonzept zu erarbeiten. Aus diesem bereits eng gefassten Bewerberkreis wurden jetzt die Regionen vorgestellt, deren Konzepte sich inhaltlich gegen die Mitbewerber durchsetzen konnten.
Die offizielle Bekanntgabe fand am Donnerstag in Berlin statt. Herr Bundesverkehrsminister Dr. Peter Ramsauer beglückwünschte den Landkreis Coburg zu seinem Konzept. Er gab bekannt, dass sich der Landkreis als ausgewählte Modellregion in den kommenden zwei Jahren über eine Förderung aus Bundesmitteln freuen dürfe. Frau Prof. Dr. Rita Süssmuth, die den Vorsitz der Jury für die Auswahl der Bewerberregionen inne hatte, ermutigte die anwesenden regionalen Vertreter, im jetzt startenden praktischen Tun auch über den eigenen Tellerrand hinaus zu schauen. Oft sei der Blick durch geltende Vorschriften und Regeln schon zu sehr vorgeprägt, um sich offen Neuem widmen zu können. Genau darum ginge es aber – neue Wege zu finden, die auch Altes in Frage stellen dürfen.
Diese neuen Wege beschreitet der Landkreis bereits mit seinen Kooperationspartnern Regionalmanagement und Initiative Rodachtal. Die Partner sind sich einig, dass es wichtig ist auch über Grenzen hinaus zu denken und zu handeln – und das haben sie vor: Das Gebiet des Landkreises steht zwar im Mittelpunkt, aber selbstverständlich werden auch die Stadt Coburg und die an den Landkreis grenzenden Gemeinden Südthüringens und der anderen Landkreise mit in den Blick genommen. Was wäre eine regionale Strategie, bei der das Denken schon an der eigenen Grenze aufhört?